Eine Lernplattform ist für den Unterrichtsalltag in einer Tabletklasse unumgänglich! Eine passende und problemlos funktioniernde Plattform zu finden ist aber alles andere als einfach. Meine Schule probiert seit einigen Jahren die verschiedensten Systeme aus und hat nun mit MS Teams die ideale Plattform gefunden.

Warum braucht man überhaupt eine Lernplattform?

Eine Lernplattform zu verwenden ist eine Notwendigkeit geworden. Mit der Etablierung von Tablet- bzw. Laptop-Klassen in Österreich im Zuge des 8-Punkte-Plans erfolgt die Bearbeitung von Arbeitsblättern nun vielerorts digital. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist das natürlich sehr begrüßenswert. Es müssen so nicht mehr Unmengen an Papier bedruckt werden. Zumal die Arbeitsblättern bei vielen Schüler*innen ohnehin immer irgendwo in den Untiefen ihrer Schultaschen verschwanden und verschollen blieben.

Eine Lernplattform kann hier Abhilfe schaffen! Arbeitsblätter müssen damit nicht mehr ausgedruckt, ausgeteilt und von Hand, oftmals mit unleserlicher Handschrift, beschriftet werden. Die Dokumente können in Ordnern strukturiert abgelegt werden.

Die Kinder und Jugendlichen lernen durch die Nutzung einer Lernplattform Deadlines einzuhalten, ihre digitalen Dokumente zu beschriften und zu verwalten. Zusätzlich zu den reinen Arbeitsblättern in PDF-Form kann man mit einer Lernplattform auch Fotos, Links zu Videos oder zu Internetseiten hochladen.

Mithilfe einer Lernplattform kann der eigene Unterrichtsalltag ideal strukturiert und organisiert werden. Alles, was die Schüler*innen für den Unterricht benötigen, finden sie online. Somit können auch die Kinder, die gerade nicht in der Schule sind, von zuhause aus am Unterricht teilnehmen und wissen sofort, was in der Stunde gemacht wurde und welche Arbeitsmaterialien und Hausaufgaben es gibt.

Qelle: Microsoft.com

Wie MS Teams meinen Unterricht verändert hat

MS Teams

Nach langem Herumprobieren und Austesten von verschiedensten LMS (Learning Management Systemen) wie beispielsweise Apple Schoolwork, iTunesU, EDHU und Google Classroom haben wir uns letztendlich für MS Teams entschieden.

Der ausschlaggebende Punkt hierfür war, dass unsere Schüler*innen mit kostenlosen Office 365-Lizenzen ausgestattet wurden. Die sind nämlich notwendig, um MS Teams überhaupt nutzen zu können.

Die Plattform bietet die Möglichkeit den eigene Unterricht von Grund auf neu zu strukturieren und zu planen. So kann man beispielsweise am Wochenbeginn bereits alle Unterrichtsinhalte der Schulwoche im Vorhinein reinstellen und automatisiert zu Stundenbeginn freischalten lassen. Die Kinder bekommen dann sofort eine Push-Nachricht und können die Aufgaben sofort bearbeiten.

Ein klarer, einfach zu verstehender Arbeitsauftrag und eine nachvollziehbare Punkteverteilung für jede abgegebene Aufgabe ist unbedingt notwendig. Hier ist ein Beispiel für meine Punkteverteilung. Es sind immer maximal 3 Punkte pro Aufgabe möglich:

MS Teams
Screenshot aus der App MS Teams

Seit ich Teams in meinem Unterricht benutze fühlen sich sowohl die Kinder, als auch ihre Eltern viel besser darüber informiert, was in meinem Unterricht passiert. Auch die Kinder, die krankheitsbedingt zuhause bleiben müssen, können so am Unterricht teilnehmen. Die Punktevergabe bietet ebenso jedem Beteiligten jederzeit die Möglichkeit sich ein Gesamtbild über alle erbrachten Leistungen zu machen.

Außerdem benutzen wir MS Teams auch für Online-Konferenzen und Teambesprechungen als Video-Chat. Zudem kann mithilfe von Teams auch gut kollaborativ, also an einem Dokument gemeinsam gearbeitet werden. Teams bietet hier also ein großartiges Gesamtpaket, das alle Bedürfnisse einer Schule abdeckt und das noch dazu völlig kostenlos!

MS Teams am iPad?

Microsoft-Produkte am iPad zu benutzten mag im ersten Moment vielleicht auf einige etwas befremdlich wirken, aber es stellt grundsätzlich überhaupt kein Problem dar. MS Teams funktioniert, bis auf einige Kleinigkeiten, problemlos auf den Schüler*innen- und Lehrer*innengeräten. Ein momentaner Bug sorgt aber leider öfters dafür, dass die Aufgaben nicht angezeigt werden.

Um dieses Problem zu lösen, muss man einfach nur beim Reiter “Aktivität“ auf das eigene Foto klicken. Nach einem Klick auf „Einstellungen“ muss jetzt nur noch der Schieberegler bei “Pride Design“ deaktiviert und wieder aktiviert werden. Das sorgt dann für ein erneutes Laden eines Scriptes und danach funktioniert alles wieder problemlos. Dieses Problem tritt in unregelmäßigen Abständen hin und wieder auf und wurde bisher noch nicht von Microsoft behoben.

Auch die Nutzung von Office 365 am iPad (und damit verbunden vor allem den Programmen Word, Excel und PowerPoint) steht mittlerweile nichts mehr im Wege. Sie funktionieren genauso wie am Heim-PC und durch die Cloud-Speicherung kann auch von anderen Geräten, wie z.B. dem Smartphone, von überall auf die Dokumente zugegriffen werden.

Noch mehr Möglichkeiten mit OneNote

Wer MS Teams wirklich in vollem Umfang verwenden möchte, der kommt auch um die Verwendung von OneNote nicht herum.

OneNote bietet die Möglichkeit ein digitales Notizbuch für jede Unterrichtsstunde anzulegen, in dem dann Tafelbilder, PDFs, Fotos, Videos und Internetlinks in einem riesigen digitalen Notizbuch dargestellt werden.

Ich nutze die Notizbücher, um die Kinder ihre ausgefüllten Arbeitsblätter oder Aufsätze in PDF-Form einfügen zu lassen. Nur so kann die Lehrkraft das PDF dann direkt im Notizbuch mithilfe des Eingabestiftes korrigieren. Diese Korrekturen nutzen die Kinder dann und machen damit die Verbesserungen in ihrem ursprünglichen Pages-Dokument.

Wie genau OneNote in MS Teams integriert wird, erfährst du in diesem Video:

Fazit zu MS Teams

MS Teams ist mittlerweile zum Standard an österreichischen Schule geworden. Niemand kommt mehr um eine Lernplattform herum und vor allem der Homeschooling-Unterricht im Schuljahr 20/21 hat gezeigt, wie wichtig so ein Art der Unterrichtsorganisation eigentlich ist. MS Teams funktioniert auch auf Apple-Geräten absolut problemlos und ich persönlich nutz es fast ausschließlich auf meinem iPad Air.

Wichtig sind vor allem zwei Dinge:

So gut wie jede Stunde sollte mithilfe der Lernplattform den Kindern zugänglich gemacht werden. Tägliches Training der Bedienung der Lernplattform ist sowohl für die Lehrkraft, als auch für die Schüler*innen das oberste Gebot, damit so ein System überhaupt funktionieren kann. Denn ohne eine gewisse Regelmäßigkeit werden sich die Kinder und Jugendlichen nur sehr langsam überhaupt an das neue System gewöhnen. Dann klappt auch das selbstständige Abgeben von Arbeitsaufträgen und das Einhalten der Deadlines gut.

Zweitens muss auf jeden Fall auch mit OneNote gearbeitet werden! Die Plattform einfach nur für die Abgabe von PDF-Dateien zu verwenden ist zwar als “Light-Version“ ok, aber eigentlich nicht der Sinn einer Lernplattform, denn dann könnte man theoretisch auch nur mit “AirDrop“ arbeiten. Ein OneNote-Notizbuch bietet dafür einfach viel zu viele tolle Möglichkeiten, die auch genutzt werden wollen.

Sofern eine Schule kostenlose Microsoft Office 365-Lizenzen besitzt, führt also kein Weg mehr ans MS Teams vorbei und das ist auch gut so!


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