Das Argument, dass man auf einem iPad nicht ordentlich schreiben kann, höre ich in regelmäßigen Abständen von KollegInnen. Meistens wird das Schreiben als Hauptargument hergenommen, um die Verwendung von Laptops zu rechtfertigen.

Es ist allerdings durchaus möglich, gut und schnell auf einem iPad zu schreiben bzw. schreiben zu lassen! 😉 Ich habe vier Möglichkeiten getestet und ihre Vor- und Nachteile herausgefunden.

Bildschirmtastatur:

Schreiben iPad

Das Schreiben mit der Bildschirmtastatur ist die allereinfachste Möglichkeit, um auf dem iPad zu schreiben. Sie ist bereits im System integriert und aktiviert sich automatisch, sobald die Möglichkeit besteht, etwas zu schreiben.

Also bei der Passworteingabe, bei Text- und Datenverarbeitungs- programmen wie Pages, Numbers und Keynote, aber natürlich auch im Internetbrowser.

Vorteile:

Die Bildschirmtastatur ist die ideale Möglichkeit, um z.B. kurze Notizen oder einzelne Wörter/Passwörter einzutippen. Der größte Vorteil der Bildschirmtastatur ist, dass sie immer und jederzeit verfügbar ist, nicht geladen werden muss und auch nicht verloren gehen kann. Man kann auch problemlos die Tastatursprache verändern. Außerdem hat man schnellen Zugang zu den zahlreichen Emojis und Sonderzeichen des iPads.

Tipp 1: Wenn die Leertaste gedrückt und dabei gehalten wird, verwandelt sich das Tastaturfeld in einen Touchscreen und der Cursor kann damit millimetergenau bewegt werden! So kann einfach in eine bestimmte Zeile gewechselt werden.

Tipp 2: Die Bildschirmtastatur bietet, genauso wie auch auf dem iPad, die geniale Möglichkeit einen Text nur durch „Wischen über die Tasten“ einzugeben! Dafür muss allerdings die Funktion „Tastenstreichen“ in den Einstellungen aktiviert werden. Hier kann es allerdings öfter mal zu Fehlern im Text kommen (siehe Video)

Nachteile:

Der größte Nachteil besteht darin, dass man auf der Bildschirmtastatur nicht besonders gut mithilfe des Zehnfingersystems schreiben kann. Das sorgt natürlich dafür, dass man Texte viel langsamer schreiben kann. Außerdem bekommt man auch kein haptisches Feedback, so wie es beim Tastenanschlag einer „echten“ Tastatur der Fall wäre. Das führt (zumindest bei mir) oft dazu, dass man versehentlich eine falsche Taste drückt. Beim Verfassen längerer Texte ist die Bildschirmtastatur unbrauchbar, weil das Schreiben auf einer „richtigen“ Tastatur einfach viel schneller und leichter geht.

Diktierfunktion:

Schreiben iPad

Die Diktierfunktion des iPads ist wahrscheinlich die unterschätzteste Funktion überhaupt. Dabei bietet sie die Möglichkeit dem iPad Texte zu diktieren. Die Sätze werden dann direkt die Notizenapp oder in der Pages-Dokument geschrieben.

Aktiviert wird die Funktion per Druck auf die Mikrofon-Taste der iPad-Tastatur. Daraufhin verwandelt sich das Buchstabenfeld der Bildschirmtastatur in ein Spracheingabe-Fenster, in dem die akustischen Höhen und Tiefen der gesprochenen Sprache optisch verdeutlicht werden.

Schreiben iPad

Vorteile:

Ein großer Vorteil besteht in der hohen Geschwindigkeit in der Text am iPad verfasst werden können. So können auch Menschen, die nicht mit dem Zehnfingersystem vertraut sind, schnell und ohne viel Aufwand einen längeren Text verfassen. Auch für blinde Menschen oder Personen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit (oder einem anderen Handycap) ist diese Möglichkeit der Texterstellung eine tolle Sache! Es kann damit jederzeit problemlos ein Gedanke festgehalten und abgespeichert werden. Die Zeitersparnis bei der Texterstellung ist der größte Pluspunkt!

Nachteile:

Einer der größten Nachteile ist, dass Schülerinnen und Schüler bei Kenntnis über die Diktierfunktion ihre Texte, die sie z.B. im Deutschunterricht verfassen müssen, einfach per Diktierfunktion schreiben lassen können. Außerdem werden bei der Diktierfunktion nicht automatisch die Satzzeichen mitgesetzt! Das bedeutet, dass die Satzzeichen, wie Punkt, Fragezeichen und Komma, aber auch Formatierungsbefehle extra dazugesagt werden müssen.

Wenn du beispielsweise „Liebe Maria Komma der Scheck ist in der Post Ausrufezeichen“ diktierst, lautet das Ergebnis: „Liebe Maria, der Scheck ist in der Post!”

jede beliebige Bluetooth-Tastatur

Schreiben iPad

Bluetooth-Tastaturen sind preiswert und erfüllen ihren Zweck. Sie werden einfach mittels Bluetooth mit dem iPad verbunden und schon kann die Texterstellung losgehen. Viele Tastaturen besitzen bereits Extras wie z.B. eine Tastenbeleuchtung in verschiedenen Farben.

Vorteile:

Die Tastatur kann beliebig weit vom iPad entfernt aufgestellt und verwendet werden. Dadurch, dass die Tastatur nicht direkt mit dem iPad verbunden ist, hat man die Freiheit, die Tastatur so zu platzieren, wie man möchte. Das klassische haptische Tasten-Feedback und die Möglichkeit das Zehnfingersystem anwenden zu können sind zwei weitere große Pluspunkte! Außerdem ist die Tastaturgröße hier nicht (wie z.B. bei der Magic Tastatur von Apple) auf die Bildschirmgröße beschränkt! Mittlerweile sind brauchbare Bluetooth-Tastatur im Elektronikhandel sogar schon ab ca. 20 Euro erhältlich.

Nachteile:

Nachteile gibt es bei der externen Bluetooth-Tastatur eigentlich kaum. Lediglich das regelmäßige Aufladen der Tastatur mittels des beiliegenden Ladekabels kann mit der Zeit nervig werden. Außerdem muss die Tastatur vor jeder Verwendung mittels Schiebeschalter auf der Rückseite aktiviert und nach Gebrauch auch unbedingt wieder ausgeschaltet werden, da natürlich sonst der ganze Akku der Tastatur verbraucht wird. Eine externe Tastatur muss zusätzlich auch immer extra eingepackt werden, wenn man mit dem iPad den Ort wechseln möchte.

Apple Keyboard

Schreiben iPad

Last but not least gibt es von Apple natürlich auch eine passende Tastatur für iPads. Hier stehen aktuell das preiswerte Smart Keyboard und das hochwertigere (aber auch wesentlich teurere) Magic Keyboard (siehe Bild). Beide Geräte sind allerdings nicht für alle iPad geeignet. Das Magic Keyboard gibt es als iPad-Version und auch in einer größeren Version.

Vorteile:

Der große Vorteil bei den Tastaturen von Apple ist, dass sie sich automatisch mit einem kompatiblen iPad verbinden und problemlos funktionieren. Aus eigener Erfahrung kann ich hier nur von der Magic Tastatur sprechen, die ich seit ein paar Tagen ausführlich teste. Die Tastatur besitzt ein gutes haptisches Feedback, die einzelnen Tasten sind beleuchtet, sodass auch bei Dunkelheit oder schlechten Lichtverhältnissen geschrieben werden kann. Die Magic Tastatur ist ein leichter und robuster Schutz. Sie haftet am iPad magnetisch, ohne Schalter, Stecker und Koppeln. Sie besitzt außerdem ein integriertes Trackpad, das als Mausersatz verwendet werden kann.

Nachteile:

Der Nachteil bei Apple-Produkten liegt auf der Hand. Die Magic Tastatur fürs iPad kostet aktuell um die 300 Euro, für das Pro sogar 400 €. Es gibt auch billigere Tastaturn von Apple, aber trotzdem sind solche Preise nur für eine Tastatur schon ziemlich heftig – sogar für Apple-Verhältnisse. Eine echte, kostengünstige Alternative bietet die Tastatur von Logitech!

Die Magic Tastatur fürs iPad Air und Pro ist relativ klein und für bestimmte Sonderzeichen und um Emojis zu verwenden kommt man um die Verwendung der Bildschirmtastatur nicht herum. Das Trackpad ist zwar grundsätzlich eine sinnvolle Sache, kann eine externe Maus aber natürlich trotzdem nicht ersetzen. Da ist man eben oft mit dem Finger auf dem Bildschirm einfach schneller beim Klicken.


Fazit:

Eine Tastatur für das Schreiben auf dem iPad zu verwenden ist sicherlich eine der sinnvollsten Erweiterungen, die man sich sein iPad anschaffen kann. Wieviel Geld man bereit ist für eine Tastatur auszugeben, ist natürlich jedem selbst überlassen. Wer oft auch längere Texte am iPad schreiben will, kommt um das Verwenden einer Tastatur ohnehin nicht herum. Mit dem Magic Keyboard fürs iPad hat man neben einer Schutzhülle auch immer gleich eine Tastatur zu Verfügung, die sofort einsatzbereit und hochwertig verarbeitet ist. Außerdem steht das iPad damit auch wesentlich stabiler und das iPad wirkt damit fast schon wie ein Mini-Laptop. Für mich ist das Magic Keyboard somit der Favorit, aber auch eine „normale“ und billige Bluetooth-Tastatur um kleines Geld erfüllt seinen Zweck voll und ganz.


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