ipads in der unterstufe

Seit mittlerweile 8 Jahren unterrichte ich an einer Wiener Mittelschule mit iPad-Schwerpunkt. Im Schuljahr 2012/13, meinem 2. Schuljahr, stand ich vor zwei riesigen Herausforderungen: Ich wurde zum 1. Mal Klassenvorstand einer ersten Klasse und diese Klasse sollte noch dazu eine iPad-Klasse werden!

Als (damaliger) Apple-Gegner, der zuvor noch nie ein Apple-Gerät in Händen gehalten, geschweige denn genutzt hatte, stand ich einem iPad eher skeptisch gegenüber. Das änderte sich in dem Moment, als ich von meiner Schule eine Leih-iPad bekommen hatte. Ab diesem Zeitpunkt tauchte ich immer intensiver in diese Thematik ein und seitdem sind iPad und iPhone nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken.

Drei Worte reichen aus, um ein Apple-Produkt zu beschreiben:

ES FUNKTIONIERT PROBLEMLOS!

Und dieser Umstand spielt besonders bei der Verwendung von Technik in der Schule eine entscheidende Rolle! Je jünger die Kinder sind (in meinem Fall 11-14 Jährige) umso wichtiger ist es, dass die Kids problemlos und einfach mit einem technischen Gerät arbeiten können. Im Folgenden soll anhand einiger Punkte gezeigt werden, welche Vorteile ein iPad im Unterricht der Unterstufe bietet!


Welche Vorteile bietet ein iPad für den Unterricht der Unterstufe?

integriertes Office-Paket und der Apple Pen:

Ein Office-Paket ist für jedes iPad (Pages, Keynote. Numbers) kostenlos erhältlich. Diese Programme aktualisieren sich automatisch und können innerhalb weniger Minuten eingesetzt werden. Bei einem Laptop hingegen, muss das Office-Paket meistens separat gekauft werden bzw. ist es für einen Aufpreis schon im Kaufpreis miteingerechnet worden.

Zudem bietet das iPad die Möglichkeit den separat erhältlichen Apple-Pencil zu verwenden! Der Kauf dieses Zubehörs lohnt sich sehr, denn mit dem Stift kann man nun direkt in den Anwendungen Pages, Numbers und Keynote Zeichnen, Skizzieren oder Schreiben. So können Dokumente mit Zeichnungen, Illustrationen, Diagrammen und mehr zum Leben erweckt werden.

Geringes Gewicht:

Ein iPad ist leicht, sehr leicht sogar! Das Durchschnittsgewicht aller verfügbaren iPad beträgt ungefähr zwischen 400 und 750 Gramm. Ein Laptop kann da nicht mithalten. Außerdem sind mittlerweile sehr viele Schulbücher auch online verfügbar und die Kinder können dann von zuhause aus in ihren Schulbüchern lesen, ohne sie dafür extra mit nachhause schleppen zu müssen. Ohne die schweren Schulbücher wird die Schultasche gleich wesentlich leichter!

Fotos, Videos und Filmschnitt:

Einer der wichtigsten Aspekte, der für die Verwendung von iPads spricht, ist die ständige Verfügbarkeit und einfache Verwendbarkeit einer hochauflösenden Kamera! Ohne zusätzliches (teures) Equipment können damit in kürzester Zeit ziemlich gute Videoclips, Stop-Motion-Filme oder auch kleinere Kurzfilme erstellt werden! Mithilfe der Apple-eigenen, kostenlosen Apps iMovie und Clips lassen sich die aufgenommenen Video-Sequenzen, auch ohne besondere Vorkenntnisse, mühelos aneinanderreihen, schneiden und neu vertonen. All das macht die Filmerstellung und Videoproduktion im Unterricht einfacher und niederschwelliger als jemals zuvor!

Einfachere Bedienbarkeit:

Auch was die Benutzerfreundlichkeit der Geräte betrifft, ist Apple und kinderleicht bedienbar (intuitiv). Bereits Kleinkinder können sich mühelos auf einem Tablet zurechtfinden und ältere Kids können mithilfe der Gestensteuerung bequem und zeitsparend an Texten oder Tabellen arbeiten. Wenn man den Kindern einmal gezeigt hat, welche Möglichkeiten es bei der Gestensteuerung gibt, werden sie zukünftig nicht mehr darauf verzichten wollen!

Inhalte streamen:

Einen Laptop mit einem Beamer zu verbinden ist eigentlich recht einfach! Man muss den Laptop nur zum Beamer bringen, das HDMI-Kabel mit dem Gerät verbinden und fertig! Ein iPad mit einem Beamer zu verbinden ist dagegen nicht ganz so einfach, aber trotzdem möglich! So können sich die Schüler*innen z.B. mithilfe eines Apple-TVs drahtlos, von ihren Sitzplätzen aus mit dem dem Klassenbeamer verbinden (das HDMI-Kabel des Beamers steckt dabei im Apple-TV).

So kann jederzeit der Bildschirm-Inhalt der Lehrperson oder eines Schülers in Echtzeit gestreamt werden. Das bietet für den Unterricht zahlreiche Vorteile! Die Lehrperson kann direkt neben einem Schüler/einer Schülerin oder auch im hinteren Teil einer Klasse stehen, um etwas zu erklären und es gleichzeit „am Beamer“ vorzuzeigen. Eine zweite Möglichkeit, seinen iPad-Inhalt zu streamen, ist es, einen separaten Adapter für iPad zu kaufen. Neuere Geräte brauchen dafür einen HDMI zu USB C – Adapter, ältere Geräte einen HMDI zu Lightning – Adapter!

Inhalte teilen:

Das Teilen von Inhalten ist auf iPads denkbar einfach! Die Lehrperson kann Inhalte, wie z.B. Bilder, Websites oder PDFs problemlos und sehr einfach per Airdrop an die Schüler*innen verteilen. Airdrop ist ein sogenannter Wi-Fi-Ad-hoc-Service und funktioniert nur zwischen zwei (oder mehreren iOS-Geräten. Natürlich können sich auch die Schüler*innen untereinander Dateien per Airdrop schicken. Am Ende jeder Stunde können die Kinder beispielsweise ihre ausgefüllten Arbeitsblätter als PDF direkt an die Lehrperson schicken.

Keine Viren und sonstige Schadsoftware:

Die Abgeschlossenheit des Betriebssystems sorgt dafür, dass das iPad sicher vor Viren ist! Das bedeutet, dass auch keinerlei Virenschutz benötigt wird. Sprich: Man kann sich das iPad nicht mit Viren, Trojanern oder Highjackern verseuchen lassen! Bei einem Laptop sieht die Sache komplett anders aus. Wenn dort kein Virenschutz installiert ist, kann es sehr schnell dazu kommen, dass sich unbemerkt Schadprogramme im System einnisten. Natürlich ist die boardinterne Firewall von Windows 10 schon recht gut, aber 100%igen Schutz kann auch sie nicht bieten! Auch im App-Store von Apple kann man keine Apps von unseriösen Anbietern laden, da alle Apps von Apple geprüft werden, bevor sie im App-Store verfügbar sind.

Die unglaublich App-Vielfalt im App Store von Apple:

Was die Anzahl an brauchbaren Apps für den Unterricht betrifft, ist man als iPad-Lehrer bzw. -Lehrerin klar im Vorteil! Der App-Store von Apple bietet unzählige Apps für (fast) alle Fächer und Themen die richtige App! Wichtig zu wissen ist dabei, dass die meisten Apps zwar kostenlos erhältlich sind, dann aber meistens nur eine beschränkte Zeit oder eingeschränkt nutzbar sind! Darum empfiehlt es sich bei den wirklich wichtigen Apps nicht zu sparen und die paar Euro dafür auszugeben!

AR und VR-Anwendungen:

Last but not least: Die Möglichkeit AR, also Augmented Reality (am iPad) oder auch VR-Anwendugen, also Virtuell Reality (am iPhone) einfach, schnell und problemlos im Unterricht anwenden zu können ist einfach spitze! Genauere Informationen dazu, wie AR am iPad funktioniert findest du hier! Das österreichische Start-up Areeka bietet tolles Unterrichtsmaterial für Kinder an! Klicke auf das Bild, um zur Homepage von Areeka zu kommen!


Fazit:

Zusammengefasst lässt sich also feststellen, dass für den Unterricht der Unterstufe ein Tablet eindeutig die bessere Wahl ist und ein Laptop, wenn dann überhaupt erst in der Oberstufe Sinn macht! Sowohl die Vielzahl an einfach zu bedienenden Apps, das geringe Gewicht und die Möglichkeit sich alle Schulbücher digital anzuschauen sind ein großer Pluspunkt für iPads in deinem Unterricht! Außerdem ist die Möglichkeit, jederzeit und so einfach wie möglich, Filme im Unterricht produzieren zu können ebenfalls ein großer Pluspunkt, bei dem Laptops einfach nicht mithalten können!