Auf einer Tastatur richtig tippen zu können ist heutzutage zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Um so wichtiger ist es darum, dass Kinder so früh wie möglich das Zehn-Finger-System beigebracht bekommen. Ich stelle hier eine Möglichkeit vor, die ich selbst in meinem iPad-Unterricht anwende – den Typing Club.

Warum man das Zehn-Finger-System können muss

Die Frage warum jeder – auch bereits 10-jährige Kinder – das Zehn-Finger-System beherrschen muss ist schnell erklärt: Es erspart einem sehr viel Zeit und man kann sich auf den Text selbst und nicht auf die Eingabe des Textes konzentrieren. Der Blick ist außerdem auf den Bildschirm gerichtet und nicht auf die Tastatur, was wiederum die Wirbelsäule und hier vor allem die Halswirbelsäule deutlich entlastet.

Außerdem gibt es heute kaum noch Berufe, die überhaupt ohne Computerunterstützung auskommen. Das Zehn-Finger-System wird mittlerweile in vielen Berufen als selbstverständlich angesehen. Es gehört einfach zu den Basisfähigkeiten dazu, die ein Jugendlicher im 21. Jahrhundert von Haus aus mitbringen muss. Es gibt also zahlreiche gute Gründe, um das Zehnfinger-System zu verwenden.

Typing Club

Und je früher dieser Prozess passiert, um so besser. Deshalb beginne ich mit meinen Schüler*innen bereits in der 1. Klasse (5. Schulstufe) damit, den Kindern auf eine spielerische aber trotzdem effektive und fordernde Art und Weise das Tippen beizubringen.

Wie immer bieten sich dafür Selbstlernprogramme ganz besonders gut an. Diese sind aber leider, nach wie vor, rar gesät. Meist sind diese Programme kostenpflichtig. Für eine kostenlose Nutzung muss man Werbeanzeigen auf der Seite in Kauf nehmen.

Wie funktioniert der Typing Club?

Typing Club

Der Typing Club ist grundsätzlich als Selbstlernprogramm ausgelegt mit dem sowohl Erwachsene, als auch Kinder das Zehn-Finger-System üben können – mit über 500 kostenlosen Lektionen!

Die Lehrkraft erstellt einen eigenen Login für die Schule und alle Kinder verwenden dann ihren individuellen Login-Codes. Alles wird auf der Seite genau beschrieben. Mit einem Klick auf das kleine Erdkugel-Symbol rechts oben kann die Sprache von Englisch auf Deutsch gestellt werden. Die Lehrkraft legt ein Lernprogramm fest, das für die jeweilige Altersstufe geeignet ist und die Kids können sofort loslegen. Die einzelnen Module sind übersichtlich in einer Gesamtübersicht für die Kinder dargestellt und können dann jederzeit selbstständig üben.

In den einzelnen Übungen wird mittels Videos gezeigt, worauf es bei dem Modul ankommt und mithilfe der Hand- und Fingeranimationen können die Kinder und Jugendlichen die korrekten Handhaltungen nachahmen. Dieser Aspekt ist ganz besonders wichtig, weil man sich sonst schnell eine falsche Technik einlernt.

Typing Club
Screenshot von TypingClub.com

Zwischentests und Spiele

Der Typing Club ist grundsätzlich als Selbstlernprogramm ausgelegt, mit dem die Schüler*innen jederzeit selbstständig weiter üben können. Der aktuelle Fortschritt jeden Kindes kann von der Lehrperson jederzeit kontrolliert werden. Zu Beginn jeder Lektion wird zuerst ein Video gezeigt, in dem die Kinder alles Notwendige erfahren. Danach starten die Übungen, bei denen es vorrangig nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Genauigkeit und Fehlerfreiheit ankommt.

Zwischendurch gibt es, im Hauptlernprogramm “Typing Jungle“ integriert, immer wieder spaßige (Lern)Spiele, bei denen z.B. der Spielfigur mithilfe der richtigen Tastendrucke über einen Abhang geholfen werden muss. Bei Druck einer falschen Taste landet die Figur im Graben und das Spiel muss wiederholt werden.

Diese Spiele sind eine willkommene Abwechslung und sie erhöhen auch die Konzentration der Kinder.

Typing Club
Typing Club-Spiele

Fazit zum Typing Club:

Der Typing-Club ist ideal für Schüler*innen und Jugendliche in der Sekundarstufe 1. Der didaktische Aufbau des Selbstlernprogrammes “Typing Jungle“ ist hervorragend. Jedes Kind kann (und muss) in seinem Tempo jede Lektion selbstständig bearbeiten. Zwischendurch gibt es immer wieder nette, kurzweilige Lernspiele, die die Motivation fördern und als kleine “Belohnungen“ dienen. Die Lehrkraft hat jederzeit Einblicke in die Aktivitäten der Lernenden und kann auch optionale “Tipp-Tests“ freischalten, um das Gelernte zu überprüfen.

Die gratis Version reicht vollkommen aus, wer auf die Werbungen verzichten will, kommt aber um die Bezahl-Variante nicht herum.

Ich verwende das Programm seit einiger Zeit im Unterrichtsfach “Digitale Grundbildung“ und mittlerweile üben meine Schüler*innen sogar schon selbstständig in ihrer Freizeit! Der Typing Club ist eine klare Empfehlung und wichtige Ergänzung für jeden iPad-Unterricht!


Eine App-Sammlung für den digitalen Unterricht findest du HIER!

Mehr Infos zum Unterrichtsfach Digitale Grundbildung gibt es HIER!