Luft- und Farbperspektive

Die Farbperspektive ist vor allem in der Landschaftsmalerei unverzichtbar. Sie wird meist in Kombination mit der Luftperspektive angewandt. Bei beiden Perspektiven geht es darum, dass Farben grundsätzlich nie isoliert betrachtet werden, sondern immer nur in Relation zu den ihnen umgebenden Farben wahrgenommen werden. Landschaftsmaler*innen machen sich genau das zu Nutze! Bevor man jedoch das Konzept von Farb- und Luftperspektive verstehen kann, muss man zuerst einmal wissen, wie ein Landschaftsbild überhaupt aufgebaut ist bzw. welche Bildebenen es gibt.

Welche Bildebenen gibt es?

Jedes Landschaftsfoto und auch jedes Landschaftsgemälde (realistischer Art) ist in drei Bildebenen unterteilt. Ganz unten befindet sich immer der Vordergrund, mit den kräftigsten Farben und den meisten Details.

Direkt dahinter befindet sich der Mittelgrund, der optisch schon viel weiter vom Betrachter entfernt ist, als der Vordergrund. Dort sind die Farben schon ziemlich abgeschwächt und es sind keine Details mehr wahrnehmbar.

Im oberen Bildbereich befindet sich der Bildhintergrund. Er ist optisch gesehen am weitesten vom Betrachter entfernt. Hier ist auch bereits zu erkennen, was mit „Luftperspektive“ gemeint ist. Durch die weite Entfernung wirken alle Farben plötzlich nur noch bläulich und es sind absolut keine Details mehr erkennbar. Alles wirkt nur noch unscharf und verschwommen.

Was ist die Farbperspektive?

Eine Landschaft in Farbperspektive darzustellen bedeutet nicht anderes, als dass die Ebenen, die näher beim Betrachter sind, in kräftigeren Farben und auch dargestellt werden. Das erreicht man beim Malen, in dem man für die Flächen und Gegenstände im Bildvordergrund die puren Farben verwendet und sie nicht z.B. mit Weiß vermischt und dadurch abschwächt. Außerdem nimmt man in dieser Ebene die meisten Details wahr.

Was ist die Luftperspektive?

Die Luftperspektive ist genau genommen eigentlich eine Spezialform der Farbperspektive, da auch hier Farbe eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung der Tiefe spielt. Hier geht es darum, den natürlichen Effekt nachzuahmen, der auch in der Natur zu sehen ist, wenn man auf weit entfernte Objekte, wie z.B. ferne Berggipfel blickt. Der Grund dafür ist die sogenannte Reileigh-Streuung: Die Moleküle in der Luft streuen den Blauanteil (und Violettanteil) im Sonnenlicht einfach viel stärker als die anderen Anteile (z.B. Rot, Grün oder Gelb). Somit erscheint ein wolkenloser Himmel immer blau, obwohl er eigentlich gar keine Farbe besitzen sollte.

Luft- und Farbperspektive in einem Beispiel aus der Kunst

In diesem Meisterwerk von Albert Bierstadt aus dem Jahr 1863 ist sowohl die Farb- als auch die Luftperspektive sehr gut zu erkennen. Die fernen Berggipfel im Hintergrund erscheinen sehr blass und bläulich (Luftperspektive). Im Mittel- und im Vordergrund werden die Farben immer kräftiger und es sind mehr Details zu sehen.

Ich habe für Eduki HIER eine Präsentation zu dem Thema erstellt, in der alles nochmal gut zusammengefasst und bebildert ist!

Bildquellen:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Albert_Bierstadt_-_The_Rocky_Mountains,_Lander%27s_Peak.jpg
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?
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